Trees telling History – Transformation

Blumen bzw. Pflanzen gehören zu den frühesten Motiven der Kunst.

Stets wurde ihnen ihre Symbolik zugeordnet, von der Vergänglichkeit des Lebens bis hin zur poetischen Interpretation. Blumen werden meist mit einer gewissen Absicht verschenkt bzw. zu einem bestimmten Anlass, dabei erzählen sie vorher ihre Geschichte oder auch nachher, z.B. wenn sie in einem Medaillon aufbewahrt werden.

Meine floralen Broschen transportieren nicht nur persönliche Geschichten, sondern auch Geschichte und sollen zur Erinnerung und dem Nicht-Vergessen beitragen.

Die Zweige wurden in Silber gegossen bevor ich sie zu Anstecknadeln verarbeitete. Diese Zweige pflückte ich von den Pappeln im Konzentrationslager Dachau.

Auf Fotografien der Gedenkstätte Dachau sieht man Gefangene vor ihren Baracken mit den menschenhohen Bäumen, die sie gepflanzt hatten. Sie dienten damals wohl der Verharmlosungspropaganda, die um das KZ betrieben wurde. In den 60-er und 70-er Jahren wurden neue Pappeln gesetzt. Sie wuchsen aus demselben Erdboden und symbolisieren die Umwandlung von Mensch zu Asche, Asche zu Erde, Erde zu Baum, von Baum zu Schmuck.

 

Die Befreiung des Konzentrationslagers Dachau ist nun 74 Jahre her, doch das Thema der Diskriminierung von Minderheiten erscheint mir heute aktueller denn je.

Wie lassen sich Wiederholungen durchbrechen bzw. transformieren? Wie wage ich einen Neubeginn? Will ich Verantwortung tragen?

Flowers and plants are among the earliest motifs in art.

They have always been assigned their symbolism, from the transience of life to poetic interpretation. Flowers are usually given as gifts with a certain intention or for a certain occasion, telling their story beforehand or afterwards, for example when they are kept in a locket.

My floral brooches do not only convey personal stories but also history and are meant to contribute to remembrance and not forgetting.

The branches were cast in silver before I made them into pins. I picked these branches from the poplars in the Dachau concentration camp.

In photographs of the Dachau memorial you can see prisoners in front of their barracks with the man-sized trees they had planted. At the time, they probably served to trivialise the propaganda surrounding the concentration camp. In the 1960s and 1970s, new poplars were planted.

They grew out of the same soil and symbolize the transformation from man to ashes, ashes to soil, soil to tree, tree to ornament.

 

It is now (2019) 74 years since the liberation of the Dachau concentration camp, but the issue of discrimination against minorities seems more topical than ever.

How can repetitions be broken or transformed? How do I dare a new beginning? Do I want to bear responsibility?